Aufgaben I Die Deutsche Psychoanalytische Gesellschaft (DPG) ist eine psychoanalytische Fachgesellschaft. Sie anerkennt die Besonderheiten des psychoanalytischen Forschungsgegenstandes und der psychoanalytischen Methoden und unterstützt die Mitglieder der Gesellschaft in der Wahrnehmung ihrer Aufgaben. Sie hilft ihnen, ihre psychoanalytische Haltung und Kompetenz zu bewahren und weiterzuentwickeln. Zu den wichtigsten Aufgaben der Gesellschaft gehört es, professionelle psychoanalytische Standards zu schaffen und ihre Verwirklichung in Theorie und Praxis zu sichern. Die Mitglieder der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft sind der wissenschaftlichen Erforschung des Unbewussten und seiner vielfältigen Wirkungen auf das menschliche Erleben und Verhalten verpflichtet. Sie verstehen die Psychoanalyse als eine Wissenschaft von den unbewussten Vorgängen und Konflikten im Seelenleben: (1) als ein Verfahren zur Untersuchung seelischer Vorgänge; (2) als eine Behandlungsmethode, die dem Patienten im Rahmen der analytischen Beziehung auf der Grundlage der Übertragung hilft, unbewusst gewordene Lebensgeschichte anzuerkennen und sich anzueignen sowie kreative Wege persönlicher Entwicklung zu suchen; (3) als einen Korpus theoretischen Wissens über die psychische und psychosomatische Entwicklung, über das seelische Leben des Menschen und die Art und Weise, wie Menschen ihr Leben in symbolischen, sozialen und materiellen Welten gestalten. Die Mitglieder der Gesellschaft kommen ihrer Verpflichtung in verschiedenen professionellen Zusammenhängen und in unterschiedlichen Arbeitsschwerpunkten nach:
II Die Gesellschaft sorgt dafür, dass die Mitglieder umfassend über die Psychoanalyse und ihre Weiterentwicklungen informiert werden. Zu diesem Zwecke stellt die Deutsche Psychoanalytische Gesellschaft vielfältige Foren für den Austausch neuer psychoanalytischer Ideen und Entdeckungen in den Bereichen Praxis, Theorie, Ausbildung und Forschung bereit. Sie veranstaltet regelmäßig öffentliche wissenschaftliche Jahrestagungen, kasuistisch-technische Konferenzen und interne Fachtagungen über Themen aus verschiedenen Bereichen. Die regionalen Arbeitsgruppen der Gesellschaft halten darüber hinaus regelmäßig eigene wissenschaftliche Sitzungen ab. III Die Mitglieder der Gesellschaft betreiben die psychoanalytische Ausbildung (vornehmlich für Ärzte und Psychologen) an den DPG-Instituten nach den Ausbildungsrichtlinien der Gesellschaft. Die Ausbildung umfasst eine persönliche Analyse (Lehranalyse) bei einem von der DPG dazu ermächtigten Lehranalytiker, theoretische Vorlesungen und Seminare und psychoanalytische Behandlungen von Patienten unter Supervision durch einen Lehranalytiker der DPG. Sie dauert mindestens fünf Jahre. Das primäre Ziel der Ausbildung ist es, die Entwicklung psychoanalytischer Kompetenz und einer psychoanalytischen Identität zu fördern. Psychoanalytische Kompetenz erfordert intellektuelle und emotionale Bereitschaft, die Komplexität der menschlichen Psyche, ihrer Konflikte und der daraus resultierenden Leiden zu verstehen. Wesentlich sind dafür wissenschaftliche Neugier, ein Verpflichtungsgefühl für das Wohl der Patienten, der Wunsch, ein umfassendes Verständnis des Korpus psychoanalytischen Wissens zu erwerben sowie die Bereitschaft zu Fortbildung und zu regelmäßiger Supervision und Beratung mit Kollegen. Die Gesellschaft trägt durch ihre Gremien (vor allem den zentralen Ausbildungsausschuss und das Lehranalytikergremium) Sorge, dass die hohen Standards für die psychoanalytische Ausbildung kontinuierlich überprüft und fortentwickelt werden, und unterstützt die regionalen Institute bei deren Umsetzung in den von ihnen angebotenen Aus- und Weiterbildungen. IV Die Gesellschaft verpflichtet ihre Mitglieder und Ausbildungsinstitute, in ihrer Arbeit professionelle Regeln, ethische Standards und grundlegende humane Werte einzuhalten, sowie den psychoanalytischen Prinzipien und den professionellen Verpflichtungen gegenüber Patienten und der Öffentlichkeit gerecht zu werden.
|
|