Inhaltsverzeichnis
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1. Zur „Frühgeschichte“ der
Psychosomatischen Medizin
2. Das Leib-Seele-Problem im Spiegel
des Rationalismus
3. Psychismus und Somatismus – zwei
Medizin-Richtungen im 19. Jahrhundert
4. S. Freuds Entdeckung des ersten
psychosomatischen Modells
5. Erweiterungen und Folgemodelle
des Konversionskonzeptes
6. Das Problem der Spezifität
beim Zusammenwirken seelischer und
körperlicher Faktoren
7. Die zweiphasige Verdrängung
bei Alexander Mitscherlich
8. Pensée operatoire
und Alexithymie
9. Psychosomatik im
Zeichen der Neurobiologie – der
Blick in die Zukunft
Psychismus und Somatismus –
zwei Medizin-Richtungen im 19. Jahrhundert
Im Zuge der o. g. Entwicklung
spalteten sich im 19. Jahrhundert die Mediziner in sog. Psychiker bzw. Somatiker.
Zu letzteren zählten so bekannte Ärzte wie Virchow, Griesinger
und Friedrich, die sich politisch eher zu liberalen und linken Strömungen
des 19. Jahrhunderts bekannten und seelische Störungen in erster
Linie als Folge körperlicher (materiell-substanzieller) Veränderungen
ansahen. Die Psychiker waren aber zunächst einmal nicht Psychologen
in unserem heutigen Sinne, sondern meistens romantische Mediziner, deren
Haltung nicht psychologisch, sondern moralistisch war 4.
Manche Vertreter dieser Richtung gingen so weit, Krankheit als Folge
persönlichen
Fehlverhaltens zu verstehen. Zu den Hauptvertretern der Psychiker zählte
J. C. A. Heinroth, der 1818 zum ersten Mal den Begriff
Psychosomatik verwendete 5.
In seiner Literaturkritik vom März 2003 weist Anz 6 aber darauf
hin, dass in der Person von Heinroth uns auch die Doppelgesichtigkeit der
Medizin des 19. Jahrhunderts entgegen tritt:
Einer der Lieblingsgegner der Somatiker war Christian Heinroth, der bedeutendste Repräsentant der Psychiatrie in den zehner und zwanziger Jahren des 19. Jahrhunderts. So deutlich wie an keinem anderen Vorläufer der Psychosomatik lässt sich an ihm das vielfach prekäre Doppelgesicht einer Medizin zeigen, die mit dem Anspruch auftritt, auf den kranken Menschen in allen seinen Dimensionen einzugehen. Für Heinroth kann uns noch heute sein Versuch einnehmen, jedes Krankheitsgeschehen in seinen psychischen wie somatischen und lebensgeschichtlichen Gesamtzusammenhängen zu verstehen. "Wir sind nicht aufmerksam genug auf den ganzen Lebensgang seelengestörter Individuen", schrieb er, "wir würden sonst finden, daß Melancholie, Wahnsinn, Manie usw. stets Resultat des Gesammtlebens sind". Doch eben dieser Arzt ist zugleich ein Beispiel dafür, dass dieser ganzheitliche Blick anfällig dafür ist, Medizin zum Instrument der Durchsetzung bestimmter moralischer Vorstellungen zu machen. Heinroth hatte mit geradezu missionarischem Eifer die moralistische Deutung psychischer Krankheiten auf die Spitze getrieben. Jede "Seelenstörung" beschrieb er als Abfall von Gott und der "heiligen Vernunft", als das Böse und Teuflische schlechthin.

Johann Christoph August Heinroth
Geb. 1773 in Leipzig (Deutschland),
gest. 1843 in Leipzig (Deutschland
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4 s. a. Ackerknecht EH: Die kurze Geschichte der Psychiatrie. Enke, Stuttgart,
3. Aufl., 1985, S. 60
5 Heinroth JCh: Lehrbuch der Störungen des
Seelenlebens oder der Seelenstörungen und ihre Behandlung - Vom
rationalen Standpunkt aus entworfen, Teil II; Leipzig, 1818
6 http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=5898&ausgabe=200303
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1.
Zur „Frühgeschichte“ der Psychosomatischen Medizin
2. Das Leib-Seele-Problem im Spiegel
des Rationalismus
3. Psychismus und Somatismus – zwei Medizin-Richtungen im 19. Jahrhundert
4. S. Freuds Entdeckung des
ersten psychosomatischen Modells
5. Erweiterungen und Folgemodelle
des Konversionskonzeptes
6. Das Problem der Spezifität
beim Zusammenwirken seelischer und
körperlicher Faktoren
7. Die zweiphasige Verdrängung
bei Alexander Mitscherlich
8. Pensée operatoire
und Alexithymie
9. Psychosomatik im Zeichen
der Neurobiologie – der Blick in die Zukunft
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